Dieses Jahr fand die U20-WM in Minnesota statt. Im Grunde genommen wechseln sich Kanada und die USA als Ausrichter des Turniers seit Jahren ab. Mit einigen Ausnahmen findet es vereinzelt in Schweden, Finnland oder Tschechien statt.
Das Timing ist gut, weil es zwischen den Jahren im Sportkalender leerer ist. Leider waren die die Zuschauerzahlen in den Arenen von St. Paul und Minneapolis enttäuschend. Nur wenn die USA spielte war das Stadion voll.
Sonst war die Auslastung in Richtung 30%, wenn andere Nationen auf dem Eis standen. Vielleicht sollte Schweden das Zepter als Austragungsort wieder übernehmen; dort war die Auslastung insgesamt deutlich höher. 2027 findet es wieder in Kanada statt, im Hinterhof des deutschen Jahrhunderttalents Leon Draisaitl.
Nennenswert war Finnland’s Engagement im Viertelfinale, mit seinen 5,5 Millionen Einwohnern. Sie warfen die Vereinigten Staaten, mit ihren 333 Millionen, aus dem Turnier. In der Overtime holten sie sich die Revanche aus dem letzten Jahr. Kapitän Aron Kiviharju meinte im Interview nach dem Spiel, dass sie geduldig waren, eine sehr finnische Eigenschaft. Erwartungen zu übertreffen und unterschätzt zu werden gehören auch dazu. Im Spiel um Bronze war Kanada dann eine Nummer zu groß. Finnland ging mit 3:6 unter.
Im Finale spielte die EU um den Titel zwischen Schweden und Tschechien. Beide standen zu Recht im Finale. Am Ende krönten sich die Tre Kronor, souverän mit 6-3, mit ihrem dritten Titel.
Für die DEB-Auswahl ging es in der Relegation gegen Dänemark um den Klassenerhalt. 8:4 gewann die Nationalmannschaft und das mit überzeugender Offensive.
Denn in der Vorrunde wurden alle Spiele verloren. „Defense wins games“ sollte in Zukunft mit mehr Leidenschaft verinnerlicht werden, es wurden 22 Tore zugelassen. Die Zuordnung war gerade am hinteren linken Pfosten zu oft lückenhaft. Und es wurden viel zu viele Strafzeiten genommen. Mit einer Ausnahme beim Spiel gegen die Gastgeber zeigte die U20 ihr Potenzial; sie waren beim Stand von 4-3 sehr nah dran.
Drei Spieler, die positiv aufgefallen sind waren alles Stürmer. Willhöft (Saskatoon, WHL) ist mir als auffälliger Wirbelwind in Erinnerung geblieben. Lewandowski (Saskatoon, WHL) war leicht unter seinen Möglichkeiten, dennoch stabil und abgeklärt. Und Lenny Boos (Bremerhaven, DEL) konnte als Sohn der DEL-Legende Tino Boos mit zwei Toren glänzen.
Klassenerhalt bedeutet, unter den Top 10 Nationen der Welt zu sein. Ziel erreicht. Dennoch ist viel Luft nach oben. Zu wenige Hallen und die damit verbundenen Trainingszeiten. Eine bessere Vereinbarkeit von Schule und Sport sowie mehr finanzielle Mittel für den Nachwuchs sind nötig.
Luft holen sollten alle deutschen Eishockey-Fans, denn in vier Wochen geht die beste deutsche Herren-Nationalmannschaft aller Zeiten in Italien aufs Eis. Die crème de la crème des weltweiten Eishockeys kommt zu den olympischen Winterspielen. Das DEB-Trikot für Olympia findet auf jeden Fall schon Anklang im The Athletic.
Gentille: Ja, die rot-gelben Streifen auf dem schwarzen Trikot machen einen großen Eindruck. Der Kontrast ist gut.
Salvian: Es ist der Adler, der sich für mich präsentiert. (Es sieht aus wie ein Drache.)
